Die Gründung der Stadt Selinunte wird zwischen 628 - 623 v.Chr. datiert. Die ersten Bewohner der Umgebung waren die Sikaner, eine Eingeborenenbevölkerung. Das Gebiet wurde von Griechen erobert und diese ließen sich dort nieder. Die Rivalität mit dem nicht weit entfernten Segesta ließ die Stadt nie zu Ruhe kommen. Die Segester stammten von den Trojanern ab, und wie von Homer bekannt, wurde Troja von den Griechen zerstört.
Die Ruinen von Selinunte schauen auf das endlos blaue Meer und erinnern an die tausend Jahre währende Herrschaft ihres Volkes.
Etwa gegen 480 v. Chr. erbaut war dieser Tempel wahrscheinlich Hera geweiht. Er wurde teilweise wieder aufgerichtet. Aufgrund seines freien Zugangs vermittelt er dem Besucher einen außergewöhnlichen Eindruck.
dieser Tempel ist warscheinlich der Zeus-Gattin Hera geweiht worden
ein riesiges Feld mit den Trümmern eines Tempels
An den Heratempel grenzt ein riesiges Trümmerfeld. Es sind die Überreste zweier gewaltiger Heiligtümer. Man kann ringsherum oder auch quer hindurch um darin seine ganz persönlichen Eindrücke zu sammeln. Man findet Reste von gigantischen Säulen und auch die verzierten Kapitelle. Alle Tempel in Selinunte sind nach Buchstaben erfasst worden weil die Zuordnung zu einer Gottheit nicht hundertprozentig belegt werden konnte. Diese beiden waren wahrscheinlich den Göttern Apollo und Minerva geweiht.
Steine -soweit das Auge reicht
die beiden Tempel wurden den Göttern Minerva und Apollo zugeordnet
Die Tempel auf der Akropolis
Das für die Selinunter heilige Zentrum auf der Akropolis nahm dreiviertel der Fläche auf der Hochebene ein. Es wurde durch eine Hauptstraße in zwei Heiligtümer geteilt. Dort sind die Reste mehrerer Tempel und ein Megaron zu bewundern. Auch hier ist man sich nicht sicher, welche Tempel den verschiedenen Gottheiten zuzuordnen sind. In der Nordhälfte der Akropolis gibt es eine Kuriosität zu erwähnen. An einem der schweren Portale eines Tempeleingangs sind die Spuren der Torverriegelung auf dem Boden zu sehen. Die Riegel haben sich teilweise bis zu zehn Zentimeter in den schweren Stein gegraben. Das folgende Bild soll einen kleinen Eindruck von der Schönheit der antiken Bauwerke vermitteln, die hier zu sehen sind.
Das Heiligtum der Bewohner von Selinunte - Der Tempel auf der Akropolis
Die Kriege und die Zerstörung Selinuntes
Wie schon oben kurz erwähnt, bestand zwischen den Segestern und den Selinuntern aufgrund ihrer Herkunft kein Einverständnis. Siebzig Jahre nach der Gründung war Selinunte mächtig genug, um seine Grenzen zu erweitern und versuchte um 580 v. Chr. in benachbarte Gebiete einzudringen. Segesta, schwächer als Selinunte, verbündete sich mit Erice, Alicia und Mozia. Selinunte unterlag und musste einen demütigen Frieden mit Segesta schließen, und einige seiner Gebiete abtreten. Während eines fast hundert Jahre währenden Frieden vervollständigte Selinunte seinen Städtebau und vor allem die großen Werke. Die Tempel gingen als die größten und mächtigsten der "Magna Grecia" hervor. 454 v.Chr. versuchte Selinunte abermals die Macht an sich zu reißen und drang in benachbarte Gebiete ein. Beim Fluss Mazaro schlug Selinunte das Heer von Segesta und Mozia. 415 v.Chr. standen die Athener vor den Toren Selinuntes um es zu erobern. Selinunte verteidigte sich und schlug den Feind in die Flucht. Ständig brachen neue Feindseligkeiten zwischen Selinunte und Segesta aus, obwohl im Laufe der Zeit die Einwohner beider Städte durch Verwandtschaften miteinander verbunden waren. Die Selinunter waren trotz der Siege der letzten beiden Kriege enorm geschwächt. Während eines folgenden Krieges mit Segesta wurde die Stadt Selinunte im Jahr 409 v. Chr. durch die Karthager zerstört. Laut Timeo, einem griechischem Philosophen und Geschichtsschreiber, schickte Segesta zur Eroberung Selinuntes eintausend Infanteristen, sechzig große Schiffe und fünftausend Boote.