Die antike Stadt "Heraclea Minoa" lag auf der linken Seite des Flusses Platani. Auf einer etwa achtzig Meter direkt über dem Meer gelegenen Hochfläche sind die wenigen und sehr stark verwitterten Reste zu finden. Eraclea Minoa soll im 6. Jh. v. Chr. gegründet worden sein.
das antike Theater
Das Theater
die stark verwitterten Sitzreihen
Das Theater ist eingebettet in die Ausbuchtung eines kleinen Hügels. Die Öffnung ist dem Meer zugewandt welches dadurch als Kulisse diente. Der Halbkreis besteht aus Mergelstein und umfasst zehn Sitzreihen welche mit Arm- und Rückenlehnen versehen waren.
Um das weiche Mergelgestein vor weiterer Verwitterung zu schützen hat man es mit Plexiglas abgedeckt. Dem Betrachter, mich eingeschlossen, erscheint dies eine recht lieblose Lösung. Das zweite Bild zeigt deshalb einen Teilabschnitts der Sitzreihen ohne diesen Schutz. Man sieht hier aber auch deutlich den Zustand des Gesteins.
Die Wohnsiedlung
die ausgegrabene Siedlung
Die ehemals bewohnte Fläche dieser Stadt war von bescheidener und unregelmäßiger Art. Wie die Ausgrabungen zeigten, lehnten sich die Gebäude mehr oder weniger an die bereits vorher gebauten Straßen an. Sie schienen sich auch nicht im Laufe der Jahre weiterentwickelt zu haben.
die Wohnräume waren sehr klein
Teile der Siedlungsanlage von Eraclea Minoa
In den Ausgrabungsstätten Eraclea Minoas kann man stundenlang auf Entdeckungsreise gehen und der aufmerksame Betrachter wird ständig auf verschiedene Dinge aufmerksam. Es liegen wie zufällig alte Amphoren auf dem Boden und an manchen Stellen findet man Reste von Mosaiken.
Eraclea Minoa wird als Kolonie Agrigents erwähnt. Theron, der Herrscher von Agrigent soll hier das Grab des sagenhaften griechischen Königs Minos gefunden haben. Im Krieg zwischen Karthago und den sizilianischen Griechen wurde Eraclea Minoa von den Karthagern 406. v. Chr. eingenommen. Gegen Ende des 1. Jh. v. Chr. wurde die Stadt von seinen Einwohnern wohl wegen der ständigen Kriege endgültig verlassen.
Eraclea Minoa ist zu jeder Zeit einen Besuch wert. Die ruhige Idylle zwischen Pinien und Kakteen auf dem steil ins Meer fallendem Mergelfelsens ist ein haften bleibendes Erlebnis.