Der eigentlichen Gründung der Stadt ging die Errichtung eines Handelsplatzes an der Mündung des Flusses voraus. Das, was vor langer Zeit, und für lange Zeit ein namenloses Dorf war, wurde später zu einer der bedeutendsten Städte des Mittelmeerraumes in der Antike. Es war das AKRAGAS der Griechen, das AGRIGENTUM der Römer, das KIRGENT der Araber und schließlich das heutige AGRIGENT. Diese Stadt wurde 581 v. Chr. von Kolonisten aus Kreta und Rhodos gegründet. Der Reichtum Agrigents zeigte sich in dem Luxus seiner Wohnhäuser und in der Pracht seiner Tempel. Man sagte angeblich über seine Bürger: Sie bauen, als ob sie ewig leben würden und sie essen, als müssten sie morgen sterben.
eine Nachbildung eines der 38 Antlanten
Der Tempel des Zeus
Es ist nichts geblieben bis auf ein riesiges Trümmerfeld. Dennoch vermittelt es dem Besucher einen Eindruck seiner einstigen Dimensionen. Mit einer Grundfläche von 6407 qm muss er einer der Größten überhaupt gewesen sein. Die Säulen hatten einen gigantischen Durchmesser von mehr als vier Meter und in deren Kanneluren konnte ein Erwachsener sich hinein stellen.
Der hier liegende Atlant ist eine Nachbildung des einzig verbliebenen von einst achtunddreißig Atlanten. Das Original befindet sich im Nationalmuseum. Sie waren in jeder Stützwand des Tempels als Träger der schweren Halbsäulen angebracht. Atlas war der Sage zufolge von Zeus dazu verdammt, die Erde auf seinen Schultern zu tragen.
ein Blick über das Areal des Tales der Tempel von Agrigent
das riesige Trümmerfeld des Zeustempels
An der Ostfront des Zeustempels sind die Reste des Opferaltars zu finden, der geradezu unglaubliche Ausmaße haben musste. Er war 56 m lang und 12 m breit. es sollen bisweilen einhundert Stiere gleichzeitig geopfert worden sein und an den Zeremonien nahmen bis zu zweitausend Gläubige teil.
Der Tempel des Kastor und Pollux
Tempel des Kastor und Pollux
Dieser Tempel veranschaulicht das künstlerische Agrigent. Kastor und Pollux waren Zwillinge, die Söhne von Zeus und der sterblichen Leda. Kastor war im Gegensatz zu seinem Bruder Pollux sterblich wie ihre Mutter. Sie beschützten die Athleten, wachten über die Gastfreundschaft und leiteten die Seefahrer. Poseidon machte sie zu Rettern der in Seenot geratenen Schiffe und gab ihnen die Macht über den Wind. Idas tötete Kastor, weil er dessen Braut raubte. Pollux wandte sich darauf an Zeus, Kastors Schicksal teilen zu dürfen und Zeus beschloss dass sie abwechselnd, jeder für einen Tag leben sollten. So starb der Eine wenn der Andere ins Leben kam und umgekehrt ebenso. Als Anerkennung für ihre Bruderliebe erhob Zeus ihr Abbild in den Sternenhimmel.
Von den ehemals achtunddreißig Säulen stehen heute nur noch vier aufrecht. Dieser Tempel wurde in der Zeit zwischen 480 und 460 vor Chr. gebaut. Die Grundfläche war 34,2 m lang und 15,86 m breit. An ihm sind noch die Reste des Marmorstucks zu sehen mit dem alle Tempel Agrigents überzogen waren. Dieser schützte vor Erosion und gab den Anschein, aus Marmor zu sein, wie die Tempel Griechenlands.
die Säulen des Hekulestempels
Der Tempel des Herkules
Die Trümmer schon lassen erkennen, dass er wohl zu den einst schönsten Bauwerken der Antike zählte. Es ist nichts sagenumwobener in der griechischen Mythologie als die Gestalt des Herkules und seine zwölf von ihm vollbrachten Heldentaten.
Er ist das Symbol eines sich ausdehnenden, kriegerischen Volkes, der Mykener. Mit seiner Zähigkeit und Kraft befreite Herkules die Erde von zahlreichen Ungeheuern wie zum Beispiel die Hydra von Lerna oder die Amazonen.
Die gewaltigen Säulen haben uns schon von der Ferne beeindruckt, als ob sie die Kraft des Herkules demonstrieren wollten. Die Erbauung datiert man auf das 6. Jh. v. Chr. Auf einer Fläche von 2056 qm standen achtunddreißig Säulen. Zahlreiche Kunstwerke barg er seinerzeit in seinem Inneren und die Bemalung des Marmorstucks ließen ihn in solcher Pracht erscheinen, dass die Seefahrer ihn schon von Weitem erblicken konnten.
selbst nach 2400 Jahren ist der Herkulestempel eine Pracht
Der Concordiatempel
er ist wohl der Bekannteste der sizilianischen Tempel
der Concordiatempel
Der Concordiatempel ist ein seltenes Beispiel für die Vollendung des dorischen Baustils. Die Ausgewogenheit seiner Formen, ein Standort der nicht besser gewählt sein konnte und nicht zu übersehen der gut erhaltene Zustand geben ihm einen Platz weit oben in der Liste der antiken Denkmäler. Als wahrscheinlich letzte große Tempelkonstruktion, etwa 430 v. Chr. vollendet, bewiesen die Agrigentiner, dass sie dem Mutterland Griechenland in ihrem Können keineswegs unterlegen waren. Concordia bedeutet Eintracht und somit ist anzunehmen das der Tempel zum Gedenken der Eintracht der Agrigentiner erbaut wurde. Hunderte von Jahren später wurde aus dem Concordiatempel durch Bischof Gregorius eine christliche Basilika.
der Tempel der Hera
Der Tempel der Hera
Der Tempel der Hera wurde auf einem hohen Ausläufer des Tal der Tempel errichtet. Mit der Grundfläche von 832 qm ist er siebenmal kleiner als der Zeus-Tempel. Im 16. Jh. soll er noch vollständig erhalten gewesen sein. Man kann noch heute die Brandspuren an den Wänden der Cella sehen. Sie zeugen von der erbarmungslosen Plünderung der Stadt durch die Karthager 406 v. Chr.
Hera war die Gattin des Zeus. Besonders die verheirateten Frauen verehrten die Göttin. Wie die Gemahlin des Göttervaters litten auch sie unter der Untreue ihrer Ehemänner und sie beklagten sich über das gemeinsame Schicksal. Die Untreue des Zeus verursachte unzählige Eifersuchtsanfälle der Hera, die, da sie durch die Ehe mit Zeus zur Herrin des Himmels geworden war, den Menschen ihren Zorn durch alle möglichen atmosphärischen Störungen offenbarte.
er war der Gattin des Zeus geweiht
Das Tal der Tempel ist zu jeder Zeit einen Besuch wert. Es gibt dort nicht nur die beschriebenen großen Denkmäler zu sehen. Man findet auch Ruinen von anderen Tempeln wie der des Äskulap oder der Athene. Sehenswert ist der altchristliche Friedhof und das Grab des Theron.